Kann man Nierenerkrankungen vorbeugen?

Einen wichtigen Aspekt stellt die Früherkennung von Nierenerkrankungen dar, da diese anfangs meist ohne Symptome verlaufen. Für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr gibt es hierzu den "Check up 35", der von den Krankenkassen übernommen wird. Sind hierbei Auffälligkeiten feststellbar, können weitere gezielte Untersuchungen erfolgen.

Nierenerkrankungen kann man nicht immer ursächlich behandeln, manchmal kommt es auch trotz einer Therapie zu einer chronischen, langsam voranschreitenden Verschlechterung der Nierenfunktion. Um so wichtiger ist die Erkennung, Vorbeugung und Behandlung weiterer Risikofaktoren, z.B. von hohem Blutzucker, hohem Cholesterin, hohem Blutdruck, Vermeidung schädlicher Medikamente wie bestimmter Schmerzmittel (Ibuprofen, Diclofenac), oder Einstellen des Rauchens. Damit kann das Voranschreiten einer Nierenerkrankung und die Verschlechterung der Nierenfunktion oft aufgehalten oder zumindest verzögert werden. Der Nephrologe sieht dies als seine wichtigste Aufgabe an.

Aus diesem Grund stellt die Vorstellung beim Nephrologen nach eingetretener Nierenschädigung meist den Beginn einer dauerhaften Arzt-Patient-Beziehung dar. Hierfür ist gegenseitiges Vertrauen sehr wichtig. Der Nephrologe wird klären, ob eine eigenständige Nierenerkrankung vorliegt und ob diese ursächlich behandelbar ist. In jedem Fall wird er besonderes Augenmerk auf die Diagnostik und Therapie der erwähnten Risikofaktoren legen.

Für den Patienten bedeutet dies, daß er den Verlauf der Erkrankung durch Umstellung seiner Lebensweise, Mitarbeit bei der Diagnostik (z.B. Blutdruckselbstmessung und -dokumentation) sowie korrekte Medikamenteneinnahme oft günstig beeinflussen kann.